Deutscher Engagementpreis 2010

Die Preisträger 2010

Attila von Unruh, BV INSO
Attila von Unruh, BV INSO

Kategorie "Dritter Sektor": BV INSO - Attila von Unruh

Mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland sind überschuldet, fast eine Million Bürger befinden sich in einem Insolvenzverfahren: Der Bedarf an Beratung und Hilfe ist entsprechend groß. In diese gemeinnützige „Marktlücke“ stößt der BV INSO – Bundesverband Menschen in Insolvenz und neue Chancen e. V. Der Verein unterstützt Betroffene in telefonischen und persönlichen Beratungsgesprächen im Falle drohender oder bestehender Insolvenz und gibt konkrete Hilfestellungen, um diese schwierige Situation konstruktiv zu bewältigen. Initiator Attila von Unruh, der selbst erlebte, was Insolvenz bedeutet, gründete zunächst den „Gesprächskreis anonyme Insolvenzler“ in Köln, wo sich Betroffene vertrauensvoll austauschen können. Aus der Initiative entstand der BV INSO, der inzwischen ein bundesweites Netzwerk mit Unterstützungsangeboten vor Ort etabliert hat und zudem auf politischer Ebene beratend tätig ist: „Es ist an der Zeit, eine Kultur der zweiten Chance zu entwickeln und konstruktiv mit dem Thema umzugehen, um aus den Krisen zu lernen“, so Attila von Unruh.

Stadt Arnsberg, Zukunft Alter
Stadt Arnsberg, Zukunft Alter

Kategorie "Politik & Verwaltung": Stadt Arnsberg - Zukunft Alter

Angesichts der Herausforderungen des demografischen Wandels hat die Stadt Arnsberg das Konzept Mehr Lebensqualität im Alter – Jung und Alt meistern die Zukunft! bereits Mitte der neunziger Jahre ins Leben gerufen. In Stadtteilkonferenzen und Zukunftswerkstätten werden maßgeschneiderte Angebote für verschiedene Zielgruppen von Stadtplanern, Soziologen, Pädagogen, Politikern und Bürgern erarbeitet, um Lösungswege für die veränderten Bedürfnisse des gesellschaftlichen Zusammenlebens als soziale Stadt für alle Generationen zu eröffnen. Einen zentralen Stellenwert haben dabei Bildungsprojekte und die altersgruppenübergreifende Förderung des bürgerschaftlichem Engagements: So gründete die Stadt z. B. eine Seniorenakademie, die Leitstelle „Zukunft Alter“ begleitet Engagierte aller Generationen und koordiniert deren Einsätze. In einem speziellen Demenz-Projekt werden zudem Begegnungen von jungen und alten, gesunden und kranken Menschen angeregt, um Demenzkranke Mitbürger weiterhin in die Gemeinschaft zu integrieren.

Kazim Erdogan
Kazim Erdogan

Kategorie "Einzelperson": Kazim Erdogan

Kazim Erdogan, selbst vor 36 Jahren aus der Türkei nach Deutschland eingewandert, verfolgt mit seinem Engagement das Ziel, in Neukölln ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Kulturen zu fördern. Hierfür setzt er seine Kenntnisse als Psychologe in einer Fülle ehrenamtlicher Projekte ein, die er allesamt selbst entwickelt und zu weiten Teilen auch in Eigenregie betreut: Er leitet eine Selbsthilfegruppe für türkische Männer, stellt Kontakte zwischen Schulen und Eltern her, organisiert Gesprächskreise und ist Vorsitzender des Vereins Aufbruch Neukölln. Zudem gründete Erdogan die Woche der Sprache und des Lesens in Neukölln, die jährlich bis zu 20.000 Besucher anzieht. Seine Projektansätze, die Erdogan kontinuierlich weiterentwickelt, erzielten bereits bundesweite Resonanz und werden auch in anderen Städten übernommen. Wie er das alles schafft? „Ich rede und schreibe nicht viel, handele aber sehr schnell“, so das Credo Erdogans.

B.Z. Ullstein GmbH - Berliner Helden
B.Z. Ullstein GmbH - Berliner Helden

Kategorie "Wirtschaft": B.Z. Ullstein GmbH - Berliner Helden

Berlins auflagenstärkste Boulevardzeitung, die B.Z., setzt sich mit dem Projekt Berliner Helden erfolgreich dafür ein, mehr Bürger für freiwilliges Engagement „vor der Haustür“ zu gewinnen: Bislang nicht engagierte Berliner können im Rahmen der Helden-Aktion und der damit verbundenen Freiwilligenbörse ausprobieren, ob und welches Engagement zu ihnen passt, ohne sich gleich für längere Zeit zu verpflichten. So entstanden zahlreiche – zum Teil auch längerfristige – Einsätze bei verschiedenen Trägern der Freiwilligenarbeit in Berlin. Die Berichterstattung der B.Z. in Kombination mit Plakat-Kampagnen und Radio-Spots machen zudem viele Berliner Initiativen bekannt und fördern das Interesse für freiwilligen Einsatz – auch bei Personen, die nicht unmittelbar zum Leserkreis der B.Z. gehören. Zuerst auf drei Monate angelegt, verlängerte die B.Z. die Initiative auf unbestimmte Zeit: „Die Berliner Helden sind inzwischen aus der B.Z. nicht mehr wegzudenken“, so die Projektleiterin Bettina Suckert-John.

Schüler helfen Leben e.V. mit Sara Nuru
Schüler helfen Leben e.V. mit Sara Nuru

Schwerpunktkategorie "Jugendengagement": Schüler helfen Leben e.V.

Schüler helfen Leben e.V., 1992 aus einer Schülerinitiative gegründet, möchte Jugendliche in ganz Deutschland für soziales Engagement begeistern und zugleich Spenden für Projekte im ehemaligen Jugoslawien sammeln: Am Sozialen Tag, der seit 1998 einmal jährlich durch den Verein ausgerufen wird, gehen bundesweit Schüler arbeiten, anstatt zur Schule. Ihr Lohn wird gespendet und kommt Vereinsprojekten junger Menschen zur Völkerverständigung im ehemaligen Jugoslawien zugute, die vorher gemeinschaftlich von im Verein engagierten jungen Leuten ausgewählt werden. Durch diese Mitbestimmung beim Einsatz der Spenden und Besuche vor Ort, werden die beteiligten Jugendlichen nicht nur motiviert, sich intensiv mit der Krisenregion Balkan auseinanderzusetzen, sondern das Engagement wird für Jugendliche auch besonders attraktiv: Mittlerweile engagieren sich bundesweit mehr als 100.000 junge Menschen getreu des Vereins-Grundsatzes „von Jugendlichen für Jugendliche“.

Ali Dogan, BDAJ
Ali Dogan, BDAJ

Kategorie "Publikumspreis": Ali Dogan, BDAJ

Als Bundesvorsitzender des Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. setzte Ali Dogan sich bis vor kurzem mit größtem Engagement für die Interessen alevitischer Jugendlicher sowie den interkulturellen und interreligiösen Dialog in Deutschland ein. Dogan gelang es in seiner Amtszeit, die Mitgliederzahlen des BDAJ von 10.000 auf 33.000 und den Jahreshaushalt von 10.000 Euro auf knapp eine Million Euro zu erhöhen: Der Verband entwickelte sich schließlich zur größten Migranten-Jugendorganisation  in Deutschland, die jedoch nicht nur die Interessen der Aleviten unterstützt, sondern auch mit anderen Jugendorganisationen produktiv zusammenarbeitet. Beim Online-Voting des Deutschen Engagementpreis konnte er nahezu 15.000 Stimmen auf sich vereinen und gewinnt somit den Publikumspreis vor der Bürgerstiftung Rheinviertel und dem Sozialdienst katholischer Frauen. „Mein Ziel war es, stets ein Vorbild für meine jungen Mitmenschen zu sein. Ich glaube, dass eine Auszeichnung meiner Arbeit nicht für mich, sondern viel mehr für die jüngere Generation ein Ansporn sein dürfte“, so Ali Dogan.

Mehr zur Preisverleihung

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NOMINIERTE 2012

Erfahren Sie hier, welche Personen, Organisationen und Projekte für den Deutschen Engagementpreis 2012 nominiert sind. Mehr

 

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