Deutscher Engagementpreis 2011
Die Preisträger 2011

- Stadt Augsburg, Bündnis für Augsburg
Kategorie "Politik & Verwaltung": Stadt Augsburg - Büro für Bürgerschaftliches Engagement mit dem Bündnis für Augsburg
„Wir sind überzeugt, dass sich aktuelle Probleme unserer Stadt nur durch einen gemeinsamen Einsatz von Kommunalpolitik und -verwaltung, Zivilgesellschaft und Bürgerschaft sowie der lokalen Wirtschaft lösen lassen.“
In Augsburg haben die Bürgerinnen und Bürger sowie Politik und Wirtschaft ein gemeinsames Ziel: die Steigerung der Lebensqualität und eine starke Bürgergesellschaft. Um das zu erreichen, wurde 2002 das Bündnis für Augsburg gegründet, in dem alle Beteiligten zu einem neuen Miteinander finden und zusammen ihr Gemeinwesen gestalten. Als Geschäftsstelle fungiert das Büro für bürgerschaftliches Engagement der Stadt Augsburg.
Neben dem Dialog setzt das Bündnis aus Bürgerschaft, Verwaltung/Politik und Wirtschaft praktische Impulse und hat zahlreiche herausragende Projekte verwirklicht, z. B. die „Sozialpaten“, „MehrGenerationenTreffpunkte“ oder die „Stadtteilmütter“. Insgesamt engagieren sich im Bündnis für Augsburg derzeit rund 1.800 Menschen in Einsatzfeldern, die vor allem aktuelle kommunale Themen und Probleme aufgreifen.

- Initiative Arbeit durch Management/ PATENMODELL
Kategorie "Dritter Sektor": Initiative Arbeit durch Management/ PATENMODELL
„Wenn alle Arbeits- und Ausbildungsuchenden unserer Gesellschaft einen qualifizierten PATEN haben, wird eine wachsende Kluft in unserem Land überbrückt. PATENSCHAFTEN bewegen.“
In der diakonischen Initiative Arbeit durch Management/PATENMODELL engagieren sich mehr als 1.200 ehrenamtliche PATINNEN und PATEN in 75 deutschen Städten.
Aktive und ehemalige Personalprofis und Führungskräfte unterstützen Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung mit professionellem Know-how bei der beruflichen Integration und beraten die Arbeitsuchenden mit einer zeitlich unbegrenzten, intensiven Einzelbegleitung. Die Initiative arbeitet heute bundesweit mit herausragenden Erfolgs-Quoten bei Langzeitarbeitslosen von über 70 Prozent, bei Schwerbehinderten von mehr als 40 Prozent und bei Jugendlichen von über 90 Prozent.
Die Hilfe bei der Integration von Benachteiligten an der Schnittstelle zum Arbeitsmarkt ist der Auftrag der Initiative. So wird unkompliziert gesellschaftliche Solidarität organisiert.

- Heinz Frey
Kategorie "Einzelperson": Heinz Frey - DORV-Zentrum GmbH
„Wir möchten lebenslang in unserem Dorf leben, und auch unsere Kinder sollen hier ihre Zukunft gestalten können.“
Viele ländliche Regionen in Deutschland spüren die Folgen des demografischen Wandels – sie sind geprägt von einem stetigen Bevölkerungsrückgang und einer schwindenden Infrastruktur. Als 2001 in Barmen bei Jülich der letzte Laden schloss, entwickelte Heinz Frey die Idee für das Projekt DORV – Dienstleistung und ortsnahe Rundum-Versorgung. Das DORV-Zentrum soll lebenswerte Dörfer erhalten und gestalten, sodass ältere Menschen bleiben können – und jüngere Menschen bleiben wollen.
Auf einer Fläche von 150 Quadratmetern bietet der „Tante-Emma-Laden des 21. Jahrhunderts“ na-hezu alles, was man zum Leben braucht: Lebensmittel aus der Region, Post-, Bank-, Arzt- und Apo-thekenservice. Auch kulturelle Angebote und ein Café schaffen einen neuen Treffpunkt für die Dorfbewohner. Wirtschaft, die öffentliche Hand und die Bürger arbeiten hier zusammen an der Gestaltung des Dorfes. Das Modell ist übertragbar. Der ehrenamtliche Geschäftsführer Heinz Frey und seine Mitstreiter begleiten heute bundesweit DORV-Gründungen. Inzwischen gibt es in sechs Gemeinden DORV-Zentren, weitere Projekte sind in Planung.

- Robert Bosch GmbH - Türkisches Forum bei Bosch
Kategorie "Wirtschaft": Robert Bosch GmbH - Türkisches Forum bei Bosch
„Wir möchten die kulturelle Vielfalt des Unternehmens tatkräftig unterstützen.“
Vor 50 Jahren kamen die ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland. Millionen von Menschen mit türkischen Wurzeln haben daraufhin das Wirtschaftwunder mitgestaltet und die Industrie der Bundesrepublik gestärkt. Das Türkische Forum bei Bosch setzt daher am Arbeitsplatz an und zeigt, wie Unternehmen maßgeblich zum Dialog der Kulturen beitragen können.
Das 2009 gegründete Forum ist eine ehrenamtliche deutsch-türkische Mitarbeiterinitiative in der Robert Bosch GmbH, die sich mit Bildungsinitiativen und Kulturprogrammen aktiv für das Miteinander verschiedener Kulturen einsetzt. Die Engagierten veröffentlichen ein eigenes Magazin, organisieren Kulturreisen und fördern in einem Mentoring-Programm den Austausch von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund und Studenten. Das Türkische Forum bei Bosch ist in dieser Form einzigartig in Deutschland und dient mittlerweile als Ansprechpartner und Multiplikator für Ministerien, Kommunen, Stiftungen, Vereine und Hochschulen.

- Bundesverband Seniorpartner in School e. V.
Schwerpunktkategorie "Engagement von Älteren": Bundesverband Seniorpartner in School e.V.
„Die Seniorpartner bilden eine Brücke zwischen den Generationen.“
Viele ältere Menschen haben heute eine weitaus höhere Lebenserwartung als die Generationen zuvor und zeichnen sich durch körperliche und geistige Leistungsfähigkeit aus. Der 2001 gegründete Verein Seniorpartner in School e. V. will die Potenziale der älteren Generation nutzen und Senioren zum freiwilligen Engagement motivieren.
Zu Schulmediatoren ausgebildete Seniorpartner helfen Kindern und Jugendlichen, Konflikte gewaltfrei zu lösen und ihre soziale Kompetenz zu stärken. Darüber hinaus unterstützen sie Kinder in längerfristiger „Bildungsbegleitung“ durch Einzelgespräche. Der generationsübergreifende Ansatz nutzt allen Beteiligten: Während die jungen Menschen von der Zeit und Lebenserfahrung der Älteren profitieren und ein positives Altersbild entwickeln, kann die Generation 55+ ihre Fähigkeiten für die Jugend einbringen und eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe erfüllen. Durch den unermüdlichen Einsatz der Gründerin Christiane Richter und ihrer Mitstreiter sind heute fast 800 Seniorpartner in etwa 250 Schulen aktiv.

- abgeordnetenwatch.de
Kategorie "Publikumspreis": abgeordnetenwatch.de
„Wir wollen die Demokratie stärken und unsere Mitmenschen für mehr Engagement in der Politik begeistern.“
Politiker diskutieren viel, um Krisen zu bewältigen und Lösungen zu finden. Aber wo bleiben dabei die Fragen der Bürger? Auf der Internetplattform abgeordnetenwatch.de können Bürger Abgeordnete aus Bund, Ländern und Kommunen öffentlich befragen.
Die Fragen und vor allem die Antworten werden auf der Website veröffentlicht. So können auch andere Nutzer die Antworten nachvollziehen. Da die Aussagen von Politikern auch nach Jahren noch nachzulesen sind, können diese langfristig mit dem tatsächlichen Handeln verglichen und überprüft werden. Zusätzlich dokumentiert abgeordnetenwatch.de das Abstimmungsverhalten im Parlament und die Nebeneinkünfte der Abgeordneten. Betrieben wird das Portal von dem gemeinnützigen Verein Parlamentwatch e. V.
Das innovative Portal – das heute in Deutschland bereits für zehn Parlamente sowie mehrere Stadt- und Gemeinderäte existiert – trägt dazu bei, den immer größeren Graben zwischen Politikern und Bürgern zu überwinden, indem gegenseitige Vorurteile abgebaut werden.







