Schwerpunkt: Freiwilligendienste im Wandel

Zwölf Monate geben

Rund 90.000 Zividienstleistende entfallen im Zuge der in Kraft tretenden Bundeswehrreform dieses Jahr,  mehr als ein Drittel davon soll künftig durch freiwillige Einsatzkräfte besetzt werden. Vor diesem Hintergrund ist mit 58 Prozent auch die Mehrheit der Deutschen der Ansicht, dass die Aussetzung des Wehr- und Zivildienstes mit einem großen Bedeutungszuwachs des freiwilligen Engagements einhergehen wird. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag des Bündnisses für Gemeinnützigkeit.

Um den hohen Bedarf an Engagierten so weit wie möglich aufzufangen, wurde vom Gesetzgeber der neue Bundesfreiwilligendienst (BFD) geschaffen. Er ergänzt die bestehenden Freiwilligendienste, wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und andere und orientiert sich auch gesetzlich in den meisten Punkten an den bestehenden Diensten. Richteten sich diese meist an junge, nicht mehr schulpflichtige Menschen unter 27 Jahren, eröffnet der Bundesfreiwilligendienst die Möglichkeit zum temporären „Vollzeit-Engagement“ nun einer breiteren, generationenübergreifenden Zielgruppe.

© Simon Kraus

Geplant sind 35.000 Stellen, zumeist in Einrichtungen, die bislang auch Zivildienstleistende beschäftigt haben. Aber auch im Sport, im Bereich der Integrationsarbeit oder in Kultureinrichtungen soll es Einsatzmöglichkeiten geben. Einer aktuellen WDR-Umfrage zufolge können sich rund ein Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 30 Jahren vorstellen, einen BFD zu absolvieren.Doch was bewegt die Menschen dazu, sich nicht nur  in ihrer Freizeit sondern im Schnitt zwölf Monate voll und ganz einem gesellschaftlichen oder sozialen Engagement zu widmen? Neben altruistischen Motiven sind die Beweggründe vielschichtig, sie korrelieren mit dem Alter, der Lebensphase, der familiären und beruflichen Situation. So suchen junge Schulabgänger vor dem Studium oder der Ausbildung im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres oftmals noch Orientierung und wollen sich selbst mit ihren Stärken und Schwächen kennenlernen oder auch zusätzliche Qualifikationen für zukünftige Bewerbungen sammeln. Zu potenziellen Bundesfreiwilligendienstlern über 27 Jahren zählen indessen vor allem Rentner und Frühpensionierte sowie ehemalige Erwerbstätige, die nach einer Auszeit wieder Fuß fassen wollen. Auch für Erwerbslose kann ein BFD von Interesse sein, da nach einem zwölfmonatigen Einsatz der Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht.

In der Praxis liegt die Hauptverantwortung für die Gewinnung der Freiwilligen bei den Einsatzstellen vor Ort. Diese müssen mit attraktiven Einsatzfeldern und Konditionen um FSJ- und BFD-ler werben und eine gute Begleitung während des Dienstes sicherstellen.

Der Bundesfreiwilligendienst zeichnet sich mit einer frei wählbaren Verpflichtungszeit zwischen sechs und 24 Monaten sowie der Option zur Teilzeitarbeit durch eine höhere Flexibilität als die etablierten Jugendfreiwilligendienste und das ad acta gelegte Modell des Zivildienstes aus. Vorzüge wie die Anrechnung von Wartesemestern für das Studium, qualifizierte Zeugnisse und die Vermittlung berufsrelevanter Praxiserfahrungen in begleitenden Seminaren sollen für angehende Studenten oder Menschen, die sich im Job weiterentwickeln wollen, zusätzliche Anreize bieten. Damit die Träger vor Ort ihre Einsatzstellen ganz ihrem eigenen Bedarf entsprechend gestalten, und dabei die individuellen Wünsche und Interessen der Freiwilligen berücksichtigen können, soll es zudem möglichst wenig staatliche Vorgaben geben.

Um das Nachrücken freiwillig Engagierter zu beflügeln, hält der forsa-Umfrage des Bündnisses für Gemeinnützigkeit  zufolge die überwiegende Mehrheit (81 %) der Bürgerinnen und Bürger an erster Stelle die Verbesserung rechtlicher Rahmenbedingungen wie z.B. des Versicherungsschutzes für Engagierte für wichtig. Gut drei Viertel der Befragten sind der Meinung, dass hierzu eine bessere Angebotsvermittlung notwendig wäre und für 71 Prozent sind flexible Angebote eine zentrale Voraussetzung für die Förderung freiwilligen Engagements. Auch der öffentlichen Anerkennung von freiwillig aktiven Menschen, z.B. durch den Deutschen Engagementpreis, messen 60 Prozent einen hohen Stellenwert zur Engagementförderung bei. Diese bundeweit bekannte Auszeichnung  wird nun zum dritten Mal an engagierte Einzelpersonen,  sowie in den Kategorien Politik & Verwaltung, Wirtschaft und Dritter Sektor vergeben. In diesem Jahr wird zudem das Engagement älterer Menschen mit einer eigenen Kategorie gesondert gewürdigt.

SERVICE

Webtipps zu „Freiwilligendiensten“

Haben Sie Selbst Interesse an einem Freiwilligendienst oder möchten mehr zum Thema lesen? Wir haben Ihnen die wichtigsten Websites zusammengestellt:

 

Archiv

Weitere Schwerpunkt-Beiträge

Chancen und Potenziale der Generation "60plus": Zeit für Engagement

Im Zeichen der Vielfalt – Verleihung des Deutschen Engagementpreises 2010

Spenden und Stiften: Milliardäre, Glück und Katastrophen

Online-Volunteering: Neue Zahlen, neue Chancen

 

Ältere Beiträge sowie alle PDF-Newsletter finden Sie im Archiv

Bookmark and Share
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

NOMINIERTE 2012

Erfahren Sie hier, welche Personen, Organisationen und Projekte für den Deutschen Engagementpreis 2012 nominiert sind. Mehr

 

WEITERSAGEN

Besuchen Sie Geben gibt. Deutscher Engagementpreis in Communities, versenden Sie E-Cards oder laden Sie Banner für Ihre Website herunter. Mehr

 

ENGAGEMENT-LINKS

Hier finden Sie Informationen und konkrete Angebote zu den verschiedenen Formen des freiwilligen Engagements. Mehr

 

ZAHLEN-DATEN-FAKTEN

Hier stellen wir aktuelle Daten und Studien rund um das Thema "Freiwilliges Engagement" vor. Mehr

 

Geben gibt. im Netz

Besuchen Sie uns auch auf:

HAUPTFÖRDERER

 

MEDIENPARTNER

 


Newsletter

Bleiben Sie informiert:


Abonnieren

Abmeldung

Bündnis für Gemeinnützigkeit

Bundesverband Deutscher StiftungenBundesarbeitsgemeinschaft der Freien WohlfahrtspflegeVENRODeutscher Spendenrat e.V.Deutscher Olympischer SportbundDeutscher BundesjugendringBundesnetzwerk Bürgerschaftliches EngagementdziDeutscher NaturschutzringDeutscher KulturratDeutscher Fundraising VerbandStifterverband

Unterstützer

JohanniterordentgdBAGSO